Im Zuge der Diskussion um eine mögliche Reaktivierung der Fuchstalbahn für den Personenverkehr zwischen Landsberg und Schongau liefert eine aktuelle Potenzialanalyse ein klares Signal: Mit rund 1.400 Personenkilometern je Streckenkilometer wird der relevante Schwellenwert von 1.000 deutlich überschritten. Damit wäre ein zentrales Kriterium des Freistaats Bayern grundsätzlich erfüllt.

Vor diesem Hintergrund fordert die Grüne Fraktion einen umfassenden Bericht zum aktuellen Stand des Projekts. Im Fokus stehen dabei insbesondere die bisherigen Abstimmungen mit den beteiligten Akteuren sowie die nächsten konkreten Schritte auf Ebene des Landkreises und der betroffenen Gemeinden.

Die Kreisverwaltung verweist auf ein Abstimmungsgespräch vom 12. Januar, an dem neben den Landkreisen Landsberg am Lech und Weilheim-Schongau auch Vertreter des Bayerischen Verkehrsministeriums, der BEG, der DB InfraGO sowie mehrere Bürgermeister der Anrainerkommunen teilnahmen. Dabei wurde deutlich, dass die Voraussetzungen für eine Reaktivierung schrittweise erfüllt werden müssen. Neben einer ausreichenden Nachfrage zählen dazu eine tragfähige Infrastruktur ohne staatliche Zuschüsse, die Beauftragung eines geeigneten Eisenbahninfrastrukturunternehmens sowie ein abgestimmtes Buskonzept. Der Freistaat selbst nimmt dabei keine aktive Steuerungsrolle ein – die Initiative liegt bei den Regionen.

Als zentrale Frage gilt derzeit der Zustand der Strecke. Um diesen zu klären, ist eine Machbarkeitsstudie erforderlich. Die DB InfraGO unterstützt zwar fachlich, wird die Studie jedoch nicht selbst durchführen. Planung, Ausschreibung und Finanzierung liegen bei den beteiligten Landkreisen. In diesem Zuge soll auch überprüft werden, ob die vorgesehenen Haltepunkte weiterhin sinnvoll sind.

Die nächsten Schritte umfassen somit die Ermittlung der Kosten für die Machbarkeitsstudie, die Abstimmung mit dem Landkreis Weilheim-Schongau über eine faire Kostenaufteilung sowie die anschließende Beauftragung. Eine konkrete Kostenschätzung liegt bislang noch nicht vor – im April 2026 sollen jedoch erste Ergebnisse vorliegen.

Auch die Frage nach einem möglichen Betreiber wurde thematisiert. Nach Auskunft der Verwaltung ist es hierfür derzeit noch zu früh. Erst wenn die grundlegenden Voraussetzungen erfüllt sind, soll der Betrieb der Strecke regulär ausgeschrieben werden.

Kommentar v. Kilian Fitzpatrick (Kreisrat): Die Wiederbelebung der Fuchstalbahn ist ein richtiger und wichtiger Schritt – und längst überfällig. Eine Bahnverbindung zwischen Landsberg und Schongau würde die Region nachhaltig stärken, den Verkehr entlasten und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Entscheidend ist nun, dass dem positiven Signal der Potenzialanalyse auch konsequentes Handeln folgt. Erfahrungen aus anderen Projekten zeigen, dass nicht der Nutzen das Problem ist, sondern fehlende Verbindlichkeit und Verzögerungen im Verfahren. Genau hier braucht es Klarheit, Tempo und eine enge Abstimmung zwischen den Beteiligten. Wenn die Fuchstalbahn als echte Chance begriffen wird, sollte sie jetzt mit Nachdruck vorangebracht werden – und nicht im Prüfprozess stecken bleiben.